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Psychedelika im therapeutischen Kontext – rechtliche Lage & historische Einordnung

1. Historie im Überblick

Die Verwendung veränderter Bewusstseinszustände zu Heil- oder Erkenntniszwecken reicht weit zurück – rituelle und schamanische Traditionen kennen schon seit Jahrhunderten psychedelische Substanzen als Mittel zur Heilung und Transformation. 

Im 20. Jahrhundert begann die moderne Forschung mit Substanzen wie LSD (entdeckt 1938 von Albert Hofmann) und Psilocybin, die in den 1950er/60er Jahren psychiatrisch untersucht wurden. 

Doch ab der Mitte des Jahrhunderts kam ein regulatorischer Wandel: Viele dieser Substanzen wurden in Deutschland und international als „nicht verkehrsfähig“ eingestuft und infolgedessen die Forschung und therapeutische Nutzung stark eingeschränkt. 

2. Aktuelle rechtliche Situation in Deutschland

In Deutschland fallen Substanzen wie Psilocybin, LSD, MDMA laut dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) unter „nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel“, was bedeutet, dass Herstellung, Handel und Anwendung außerhalb von Ausnahmegenehmigungen verboten sind. 

Allerdings gibt es erste Bewegung: So wurde z. B. ein sogenanntes Compassionate Use-Programm für Psilocybin genehmigt, das an ausgewählte Patient:innen mit therapieresistenter Depression unter streng kontrollierten Voraussetzungen in Deutschland Anwendung finden darf. 

Auch auf europäischer Ebene werden Initiativen laut, die den Zugang zu psychedelisch assistierten Therapien verbessern wollen. 

3. Warum es dennoch (noch) schwierig ist

  • Gesetzliche Einstufung: Solange Psychedelika im BtMG als nicht verkehrsfähig gelten, ist ihre Nutzung im therapeutischen Setting regulär nicht möglich, außer durch Ausnahmen. 

  • Forschung & Zulassung: Klinische Studien sind aufwendig und teuer – und eine reguläre Zulassung (Arzneimittelstatus) steht noch aus. Der Weg über Compassionate Use ist begrenzt und weist hohe Zugangshürden auf. 

  • Therapeutischer Rahmen & Qualitätssicherung: Der Einsatz psychedelischer Substanzen erfordert sichere, traumasensible Rahmenbedingungen mit vorbereitender und integrierender Begleitung. Ohne stabile Rahmenbedingungen steigt das Risiko für unerwünschte Wirkungen. 

  • Gesellschaftliche und regulatorische Hürden: Psychedelika sind historisch stark stigmatisiert. Politische und regulatorische Prozesse sind oft langsam und vorsichtig, da Risiken erkannt werden und Sicherheits-/Qualitätsfragen im Vordergrund stehen.

4. Was heißt das für meine Arbeit?

  • Ich verweise ausdrücklich auf die legale Nutzung von Derivaten, die nicht unter das BtMG fallen – um rechtliche Klarheit und Sicherheit zu schaffen.

  • Mein Arbeitsrahmen ist traumasensibel, körperorientiert, mit klarer Vorbereitung, Begleitung und Integration – genau weil ich weiß, dass der Rahmen entscheidend ist.

  • Der aktuelle Stand der Gesetzgebung zeigt: Auch wenn therapeutische Psychedelika in Deutschland Fortschritte machen, sind wir noch nicht in einer Phase, in der sie breit und regulär verfügbar sind. Für dich heißt das: Ich arbeite in einem bewussten, verantwortungsvollen Rahmen mit klaren Prinzipien – nicht im freien Markt, nicht ohne Begleitung, nicht improvisiert.

  • Ich halte mich an klare fachliche, ethische und rechtliche Standards, sodass du in deiner Erfahrung gehalten bist.

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